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14.12.2016: MAZ-online

Der Ausbau der S-Bahn ist möglich, aber...

Im Berliner Umland träumt man weiter von der S-Bahn. Der Bürgermeister von Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) bleibt zuversichtlich, dass es eine Verlängerung der Trasse von Teltow nach Stahnsdorf geben wird. Eine neue Machbarkeitsstudie zum S-Bahn-Ausbau nährt nun seinen Optimismus.

Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (BfB) bleibt zuversichtlich: „Mit der möglichen eingleisigen Verlängerung der S-Bahn von Teltow-Stadt nach Stahnsdorf steht eine kostengünstige und attraktive Nahverkehrslösung für unsere 62 000 Einwohner starke Region zur Verfügung“, sagte er gestern der MAZ. Doch ob sie jemals kommt, bleibt fraglich. Fakt ist, dass sie die abschnittsweise preiswerteste Variante wäre.

Das sagten die Planungsingenieure Bernd Seyerlein und Maxim Poutrus von der DB Engineering & Consulting GmbH Berlin am Montagabend im Regionalausschuss von Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (TKS) bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie zum S-Bahn-Ausbau in der Region. Aus technischer Sicht wäre ein gesamter Ringschluss von Teltow über Stahnsdorf nach Wannsee in drei Abschnitten mit je zehn Jahren Planungs- und Bauphase möglich, aber „zu immer höheren Preisen“, so Seyerlein. Laut Studie wären mindestens 200 Millionen Euro allein für die technische Umsetzung nötig. Unbeachtet blieben Bedarfsumfragen und gesamtwirtschaftliche Betrachtungen.

Drei Ausbauvarianten wurden untersucht: Die Verlängerung von Teltow Stadt bis zur Sputendorfer Straße in Stahnsdorf (Abschnitt I), von Wannsee zur Potsdamer Allee/Südwestkirchhof (Abschnitt II) sowie die Verbindung beider Elemente („Ringschluss“/Abschnitt 3). Die anspruchsvollste ist der Ringschluss, „durch seine enge Lage“ und „die Akzeptanz“, denn er würde die Zille-Schule und die Wohngebiete bis zur Potsdamer Allee berühren, so die Planer. Die Trasse müsste die Landesstraße 77 sowie die Potsdamer Allee (K 6960) queren und würde um die 59 Millionen Euro kosten obwohl sie die kürzeste Strecke mit knapp 2 Kilometern wäre.

Für Abschnitt I sind 53 bis 57 Millionen Euro errechnet. Einer der größten Posten im I. Abschnitt ist die Bahnstromversorgung. Mit der Verlängerung der S25 von Lichterfelde-Süd nach Teltow Stadt wurde die Kapazität des Unterwerks Lichterfelde Süd ausgereizt. Daher würden zwei neue Unterwerke benötigt. Die vier Kilometer lange Trasse verläuft fast schnurgerade zwischen den Nachbarkommunen und wäre in weniger als dreieinhalb Minuten bei 80 Stundenkilometern zu bewältigen. Somit wäre ein 10- oder 20-Minuten-Takt realisierbar. Der Bahnhof an der Sputendorfer Straße bekäme einen zweigleisigen Mittelbahnsteig. Flächen für Bushaltestellen und 80 Park-&-Ride-Flächen sind bereits im Stahnsdorfer Flächennutzungsplan verankert. Kreuzungsbauwerke müssten etwa beginnend in Teltow am künftigen Kreisel Gonfrevillestraße, am Achtruthengraben, an der Iserstraße sowie in Stahnsdorf an der künftigen Biomalzspange, der Ruhlsdorfer Straße und an der neuen Landesstraße 77 gebaut werden.

Für Abschnitt II wären 81 bis 105 Millionen nötig, wie die Planer sagten. Die 4,5 Kilometer lange Trasse folgt der bis 1945 betriebenen Friedhofsbahn zwischen Wannsee über Kleinmachnow/Dreilinden und den Teltowkanal bis zum Südwestkirchhof in Stahnsdorf. Sie sei besonders kostenintensiv, weil Brücken „in schwierigem Terrain“ über die Bundesautobahn 115 und den Teltowkanal errichtet werden müssten. Die marode Teltowkanalbrücke, die weiter der Deutschen Bahn gehört, würde durch eine neue ersetzt werden müssen, wie Poutrus sagte.

Dem Brandenburger Infrastrukturministerium liegt die Studie noch nicht vor. Nach dessen „Korridoruntersuchungen“ würde der S-Bahn-Ausbau zwischen Stahnsdorf und Teltow rund 45 Millionen kosten, „aber unsere Zahlen sind nur ganz grob“, so Ministeriumssprecher Steffen Streu. Es gebe momentan „keinerlei Prioritäten“ und alle Absprachen und Abwägungen müssten ohnehin erst mit dem neuen Berliner Senat und der Deutschen Bahn getroffen werden.

Von Claudia Krause
MAZ-online
14.12.2016
http://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Der-Ausbau-der-S-Bahn-ist-moeglich-aber

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