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10.12.2016: pnn

200 Millionen Euro für den Ringschluss

Eine kommunale Studie hält die S-Bahn von Teltow über Stahnsdorf nach Wannsee für realisierbar. Auch das Ministerium prüft weiter

Region Teltow - Ein zweiter S-Bahnring im Süden Berlins ist möglich, aber teuer. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie der Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf, die am Montagabend im Regionalausschuss präsentiert werden soll. Demnach würde eine S-Bahnstrecke von Teltow über Stahnsdorf nach Wannsee etwa 200 Millionen Euro kosten.

Die Studie, deren Ergebnisse das Stahnsdorfer Rathaus gestern schon einmal vorab präsentierte, untersuchte drei Varianten für den S-Bahn-Ausbau: Die Verlängerung vom Bahnhof Teltow Stadt bis zur Sputendorfer Straße in Stahnsdorf, vom Bahnhof Wannsee bis zum Südwestkirchhof und die Verbindung der beiden Elemente. Der Aufbau des Abschnittes Teltow-Stahnsdorf würde demnach mindestens 53 Millionen Euro kosten. Für den Abschnitt Wannsee-Südwestkirchhof, auf dem bis 1945 die Friedhofsbahn fuhr und dessen Strecke noch weitestgehend erhalten ist, wären mindestens 81 Millionen Euro nötig. Größter Kostentreiber dürfte dabei die neu zu errichtende Brücke über die Autobahn 115 sein. Die Verbindung der beiden Abschnitte, für die unter anderem die Potsdamer Allee und die Landesstraße 77 gekreuzt werden müssen, würde der Untersuchung zufolge noch einmal 59 Millionen Euro kosten.

Planer der Deutschen Bahn schätzen den Realisierungszeitraum ab einer Auftragserteilung des Landes auf zehn Jahre pro Bauabschnitt. „Das brandenburgische Verkehrsministerium sollte nun die Priorität auf die am einfachsten realisierbare und kostengünstigste Strecke legen“, sagt Bürgermeister Bernd Albers (BfB/Die Neuen). Dies sei nachweislich der Abschnitt von Teltow-Stadt nach Stahnsdorf.

Die rund vier Kilometer lange Trasse verläuft annähernd geradeaus zwischen den Nachbarkommunen und wäre laut Studie in dreieinhalb Minuten zu bewältigen, wenn die Strecke für eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ausgebaut wird. Das ist die Standardhöchstgeschwindigkeit auf einem Großteil der Strecken der Berliner S-Bahn. Selbst wenn die Strecke wie geplant nur eingleisig gebaut wird, könnten die Züge demnach im 10-Minuten-Takt nach Stahnsdorf fahren. Der Bahnhof an der Sputendorfer Straße muss jedoch mit zwei Gleisen und Bahnsteigkanten ausgerüstet werden, damit die Bahnen sich dort begegnen können. Ein weiterer großer Kostenfaktor des Ausbaus wäre der nötige Ausbau der Stromversorgung. Das Unterwerk Lichterfelde-Süd, das derzeit die Strecke nach Teltow mit Strom versorgt, hat der Studie zufolge nicht mehr ausreichende Kapazitäten.

Auch das Land Brandenburg hat kürzlich in seiner Korridoranalyse den Neubau der Strecken untersucht. Zwischen Teltow und Stahnsdorf rechnet das Infrastrukturministerium mit 3600 Fahrgästen am Tag bei einem 20-Minuten-Takt, das Ministerium rechnet für den Ausbau mit Kosten von mindestens 45 Millionen Euro. Sollte die Strecke bis Wannsee verlängert werden, wären sogar mehr als 10 000 Fahrgäste zu erwarten. Allerdings wurde wie berichtet in der Region dem Wiederaufbau der Stammbahn von Potsdam über Kleinmachnow nach Berlin Zehlendorf ein höherer Nutzen bescheinigt.

Laut Ministeriumssprecher Steffen Streu bedeutet das jedoch nicht, dass das Land den S-Bahnanschluss von Stahnsdorf schon ad acta gelegt hat. „Es gibt keine Konkurrenz zu anderen Projekten“, so Streu gegenüber den PNN. Die verschiedenen Varianten für den Streckenneubau oder -ausbau zwischen Berlin und den umliegenden Kommunen würden nun vertieft geprüft. Die Machbarkeitsstudie der Kommunen liege dem Ministerium noch nicht vor.

Stahnsdorfs Bürgermeister Albers wies unterdessen darauf hin, dass für den Bau eines S-Bahnhofes an der Sputendorfer Straße im Flächennutzungsplan der Gemeinde schon Flächen für einen Busbahnhof und Parkplätze verankert seien. Geplant seien 80 Stellplätze. Die Parkplätze sollen einen eigenen Zugang zum Bahnhof erhalten, der zweite Zugang soll dann vom Vorplatz aus gebaut werden.

Für die Strecken nach Stahnsdorf muss die Bahn, die schon in den 1930er-Jahren projiziert worden ist, insgesamt sechs Straßen gekreuzt werden. In Teltow ist das am Kreisel Gonfrevillestraße/Ruhlsdorfer Straße, ein kleiner Weg am Achtruthengraben und an der Iserstraße. In Stahnsdorf müssten die künftige Biomalzspange, die Ruhlsdorfer Straße und die noch zu bauende Landesstraße 77 überquert werden. Am Teltower Mühlendorf und dem Flussgrabenviertel sowie in Stahnsdorf an der Ruhlsdorfer Straße und dem Bahnhof müssten zudem Lärmschutzwände gebaut werden.

von Enrico Bellin
pnn
10.12.2016
http://www.pnn.de/pm/1138944/

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