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1-2015: Leserbrief

Steuert die Region TKS auf einen dauerhaften Verkehrsinfakt zu?

„Stau ohne Grenzen“ im Titelblatt und „Gegen die S-Bahn-Verlängerung“ lautete es im letzten Lokalreport.
Die weiter wachsende Region TKS mit bereits mehr als 60.000 Einwohnern benötigt optimale Verkehrsbeziehungen, da das Wirtschafts- und Pendleraufkommen TKS – Berlin u. Potsdam jeweils weiter steigt und die Leistungsfähigkeit unseres Straßenraums begrenzt ist.
Aus dem „Integrierte Verkehrskonzept TKS“ wurde für die zukünftige Mobilität der Ausbau des Schienennetzes mit Verknüpfung Bus- und Radverkehr der wichtigste Lösungsansatz abgeleitet.
Die Region diskutiert seit vielen Jahren den Ausbau der S-Bahn mit singulären Angeboten wie die Errichtung einer Stammbahn als parallele S-Bahn zur S1 in Zehlendorf mit Anschluss des Europarc, aber auch der Ringschluss prägt die unterschiedlichen Interessen der Akteure.
Wichtigste Erkenntnis aus dem Wahlkampf in 2014 ist, dass eine einheitliche Potentialanalyse und gemeinsame Priorisierung in der Region für ein Projekt in TKS zwingend notwendig wird.
Die Bürgermeister in TKS wurden im Herbst 2014 beauftragt eine Potentialanalyse zur Verlängerung der S-Bahn von Wannsee – Stahnsdorf Potsdamer Allee – Stahnsdorf Güterfelder Damm – Stahnsdorf Greenpark – S-Bahnhof Teltow (sogenannter Ringschluss) erstellen zu lassen, da bisher nur eine Vorstudie zur „S-Bahn-Stammbahn Zehlendorf – Düppel – Europarc“ vorliegt.
Diese Studien sind Voraussetzung für die fachtechnische Beurteilung einer vom Ministerium MIL zu finanzierenden „Kosten-Nutzen-Analyse“ für die Projektfinanzierung mit Bundesmitteln. *)

Alle bisherigen Aussagen zum Nutzen Verlängerungen einzelner Abschnitte des Ringschlusses (z.B. S25 nach Stahnsdorf) haben dagegen keine wissenschaftliche Grundlage.
Im Übrigen ist unser „Busnetz TKS“ im Osten mit dem S-Bahnhof Teltow-Stadt und Regionalbahnhof bereits gut nach Berlin Lichterfelde und Mitte angebunden. Im westlichen Teil dagegen würde der Anschluss im Bereich Stahnsdorf Potsdamer Allee / Friedhof nach Berlin – Wannsee via Europarc/Dreilinden eine interessante Verbesserung des Busnetz mit Anbindung an den Regional- und Fernverkehr sowie zur Berliner Stadtbahn bieten. Eine Realisierung eines zentralen KFZ-Parkplatzes für Pendler nach Berlin via A115 – Dreilinden/Europarc wäre ein zusätzlicher Fortschritt, der nicht nur Entlastung in der Region sondern auch für Zehlendorf und Wannsee führen könnte und damit eine politische „Win-Win-Situation“ in Berlin und Brandenburg darstellen würde.
Der diskutierte weitere Ausbau großer zentraler KFZ-Parkplätze innerorts an Bahnhöfen der S-/R-Bahn dagegen ist für die Mobilität aller Bürger kein zukunftsorientierten Lösungsansatz, da dies den prognostizierten Verkehrsinfakt innerorts nur verstärken würde. Insofern ist der Bau eines großen Parkplatz im Greenpark – wie von Stahnsdorf geplant – höflichst ausgedrückt „umstritten“.
Diskussionen über die Verlängerung der S 25 nach Stahnsdorf, Eingriffe in die Natur der Buschwiesen, Kosten etwaiger Brückenbauten unter der L 594 (Ruhlsdorfer Str. # Gonfrevillestr.) oder auch Partikulärinteressen eines Lesers am „warmen Sitzplatzangebot“ am Startpunkt der S25 in Teltow-Stadt sollten deshalb zurückgestellt werden, bis genaue Kenntnisse über die Potentiale der einzelnen Abschnitte des Ringschlusses vorliegen. Erst dann kann die tatsächliche Sinnhaftigkeit einzelner Schritte zu einer dringend erforderlichen Verbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes entschieden werden.

Peter Weis, Ansprechpartner der Lokalen Agenda 21 AG „Regionale Mobilität TKS“

Leserbrief
für Lokalreport 2/15
*)Hervorhebung durch webmaster

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